Space Food: LSG Group kocht “Crew Choice Meals” für ESA-Astronaut Matthias Maurer

Jörg Hofmann; ESA Space Food

ESA-Astronaut Matthias Maurer bricht Ende 2021 zur Internationalen Raumstation (ISS) auf. Die LSG Group sorgt dafür, dass er neben Standard-Weltraumnahrung auch Leibgerichte mit ins All nimmt – die „Crew Choice Meals“. Es ist das zweite Mal nach 2018, dass das Unternehmen für einen Astronauten kocht und rund 400 Kilometer über dem Planeten für kulinarische Heimatgefühle sorgt.

„Wir freuen uns, erneut mit der ESA zusammenzuarbeiten und Matthias seine Zeit auf der ISS schmackhafter zu machen. Möglich wird das durch das Autoklavieren der Gerichte. Das Verfahren dient der Sterilisation von Lebensmitteln und garantiert die nötige Haltbarkeit von zwei Jahren. Dazu bleiben so viele Nährstoffe wie möglich erhalten.“

Jörg Hofmann, Head of Global Culinary Excellence bei der LSG Group

Welches Menü der Saarländer einpackt, entscheidet ein Wettbewerb, an dem elf Gastronomen aus Maurers Heimatbundesland teilnehmen (hier  erfahren Sie alles über den Modus). Anschließend bereitet die LSG Group die Gerichte so zu, dass sie gefahrlos und perfekt abgeschmeckt auf die ISS geschickt werden können.

Fragen und Antworten

Was ist Autoklavieren?
Autoklavieren ist das einzige zuverlässige Sterilisationsverfahren mit feuchter Hitze und zugleich die sicherste Methode überhaupt. Die Sterilisation erfolgt mit unter Druck stehendem Wasserdampf. Das Wasser wird in einem geschlossenen Druckbehälter, dem sogenannten Autoklav oder Dampfsterilisator, erhitzt und tötet Endosporen mit Dampftemperaturen von 120 Grad Celsius über 120 Minuten ab. Das Endprodukt ist keimfrei, also frei von vermehrungsfähigen Mikroorganismen einschließlich deren Ruhestadien oder Dauerformen (zum Beispiel Sporen). Vitamine und Nährstoffe im Essen bleiben weitestgehend erhalten. Beim gewöhnlichen Pasteurisierungsprozess werden sie deutlich reduziert.

Wie wird das „Crew Choice Meal“ produziert?
Die überwiegend vorgekochten Komponenten werden nach dem Autoklavieren kompakt in eine Dose gefüllt. Der Verzehr an Bord der ISS erfolgt direkt aus der Dose. Das Füllgewicht beträgt circa 200 Gramm. Unterschiedliche Garzeiten der Lebensmittel müssen berücksichtigt werden, da sie beim Autoklavieren erneut Hitze ausgesetzt werden. Gulasch zum Beispiel sollte zu circa 80 Prozent gegart, die Nudelbeilage aber nur kurz blanchiert werden, sodass nach dem Autoklavieren beide Komponenten die richtige Konsistenz haben.

Welche Gerichte und Zutaten sind besonders geeignet?
Robuste Lebensmittel eignen sich besonders, da die Gerichte dreimal Hitze ausgesetzt werden und bei Lagerung sowie Transport Temperaturschwankungen vertragen müssen. Empfehlenswert sind Stews und Schmorgerichte, weil Protein, Gemüse und stärkehaltige Lebensmittel gemischt oder geschichtet in der Dose angerichtet werden können – zum Beispiel eine Schicht Kartoffeln, darüber Gulasch, eine Schicht Bohnen und geröstete Zwiebeln.

Welche Gerichte sind weniger geeignet?
Auf Salz muss aufgrund der Vorgaben für Essen auf der ISS weitestgehend verzichtet werden. Gemüse mit hohem Wassergehalt gilt es zu vermeiden – etwa Zucchini, Gurken, Pilze oder frische Tomaten. Auch kurzgebratenes Fleisch ist nicht geeignet, da das Autoklavieren den Lebensmitteln Flüssigkeit entzieht. Soßen sind nur in kleinen Mengen möglich und müssen gebunden sein, damit sich während des Verzehrs an Bord der ISS keine Essenspartikel lösen und in der Schwerelosigkeit schweben.

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